Preiserhöhungen 2007 unter der Lupe

January 31st, 2007

Bereits vor wenigen Wochen musste ich feststellen, dass Pringles einer Preiserhöhung unterworfen wurden. Nun habe ich hier ein Dokument von der Verbraucherzentrale Hamburg, in der so einige versteckte Preiserhöhungen dokumentiert sind.

Im Fall der Pringles gibt es ein Statement von Procter & Gamble

“Auf Pringles gab es ein Produkt Relaunch. Bei diesem Relaunch wurde nicht nur das Packungsdesign verändert, sondern auch der Chip selbst verbessert. Eine neue Chip-Formulierung sorgt dafür, dass der Chip noch knuspriger ist und besser schmeckt. Der Chip selbst wurde dadurch dicker und leichter. Die Anzahl der Chips in der Dose wurde von 95 auf 90 Chips reduziert. Zum anderen haben wir unser Packungsgewicht dem Markt angepasst, auf dem im Durchschnitt eher 170g zu finden sind.”

Das ist doch echt liebenswert von den Leuten, dass sie die “Chip-Formulierung” verbessert haben und sich dadurch glücklicherweise auch das Packungsgewicht dem Durchschnitt am Markt anpasst und das alles natürlich bei einer versteckten und unbedeutenden Preiserhöhung um 17,6%.

Noch toller werden die Aussagen bei Brandt Zwieback. Hier gab es eine Preiserhöhung von 11,1% durch eine Verringerung der Packungsgröße. Die Erklärung liest sich sehr angenehm, wobei natürlich wieder einige Fragen offen bleiben:

„Wir haben in unserer 94-jährigen Firmengeschichte Brandt Markenzwieback mehr als 90 Jahre in 225g-Packungen angeboten. Erst mit der Inbetriebnahme unseres neuen Werkes in 2002 haben wir uns aufgrund logistischer und technologischer Erfordernisse entschlossen, den Packungsinhalt auf 250g zu erhöhen.
Auf vielfachen Verbraucherwunsch machten wir diese Veränderung bereits im Mai 2005 wieder rückgängig, um den sensorischen Anforderungen, die unsere Kunden an den Markenzweiback stellen, gerecht zu werden. Seither bieten wir den Markenzwieback wieder in der gelernten 225g-Packung an. Die Anzahl der Zwiebackscheiben je Packung wurden dabei nicht verändert.
Das uns entgegengebrachte Verbrauchervertrauen der letzten 90 Jahre ist für uns als Markenhersteller stets Ansporn hochwertigste Zwiebackqualität anzubieten. Dazu gehört selbstverständlich auch, die Anregungen und Fragen unserer Kunden ernst zu nehmen und darauf zu reagieren, wie im Mai 2005 geschehen.
Versteckte Preiserhöhungen mittels der Veränderung der Packungsgröße durchzusetzen, entspricht in keinster Weise unserer Unternehmensphilosophie. Wir halten es daher für falsch, unsere Entscheidung, den Verbraucherwünschen Rechnung zu tragen, mit dem Einsatz von „Mogelpackungen“ gleichzusetzen.“

Bei solchen Marketingaussagen fragt man sich doch, was Kunden von Brandt Zwieback für “sensorische Anforderungen” an das Produkt haben, die Brandt zwingen, die Packungsgröße nach drei Jahren zu reduzieren.

Weitere solcher Statements und natürlich auch Preiserhöhungen (um die 50% ist keine Seltenheit) sind in dem Dokument zu finden. Man sollte sich das wirklich mal zu Gemüte führen.

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